Coal for Obama

Fight climate change with the global generation!

Putting the “pro” back into protest

without comments

Ich bin ja noch neu bei diesem Twitter-Ding und followe seit der Transemdiale verschiedenen Tweets, die sich um Klimaschutz, Aktivismus und das Web drehen. Ein Einwand, den ich auf das Coal for Obama Projekt erhielt, war, Protest sei zu negativ ausgerichtet, nicht am Dialog interessiert und könne daher keine wirkliche Veränderung herbeiführen. Das hat mich doch verwundert, weil Coal for Obama zwar gegen Kohle argumentiert, aber für etwas eintritt: “Decarbonize the economy”. Also für die Energiewende, für Erneuerbare Energien, für Wirtschaft ohne Fossile Brennstoffe. Für mehr Barbecues.

Außerdem hat es aber die Frage aufgeworfen, warum wir an Protest glauben. Und warum wir versuchen, globalen Protest anzustoßen. Für mich persönlich waren Demonstrationen, Mahnwachen, Unterschriftslisten, Fußgängerzonenstände Werkzeuge der Generation meiner Eltern. Dafür war ich auf zuvielen Ostermärschen, um am Demonstrieren noch etwas cooles zu sehen. Ich fand das nicht sonderlich destruktiv, aber auch nicht sehr produktiv.

In den letzten drei Jahren hat mich am Thema Klimaschutz / Klimawandel gerade fasziniert, dass sich Ökologie und Ökonomie überschneiden, dass es einen Austausch zwischen Disziplinen gibt, die sich lange feindlich gegenüber standen: Hier die Ökospinner, da die Profit-Jungs in Nadelstreifen. Spätestens als die Schwergewichte der deutschen Solarindustrie Solarworld, Q-Cells, Solon und Conergy den Boom im Tec-DAX dominierten, war klar, dass hier eine neue grüne Industrie entsteht. Profitorientiert, aber mit dem Potential das Klimaproblem zu lösen. Es fanden sich Wissenschaftler wie der Klima-Ökonom Ottmar Edenhofer (hier mein Interview für die zitty), die erforschen wie Innovationen und Strukturwandel die Energiewende möglich machen. Läuft also alles. Muss man nur warten, der Markt wird es schon richten. Das dachte ich lange. Je genauer ich aber die Klimapolitik in Berlin auf Bundes-, Landes- und Bezirksebene berichtend verfolge, um so geschockter bin ich.

Statt den Technologiewandel langfristig durchzusetzen, fallen Politiker unter dem Druck der Klimabremser reihenweise um. Vor allem die “Klimakanzlerin” Merkel, die 2007 zum Thema Klimaschutz noch sagte: “Geht nicht, gibt`s nicht.” Ende 2008 hat sie weder ein ökologisches Konjunkturpaket vorgelegt, noch ihren Worten Taten folgen lassen. Stattdessen hat die deutsche Autoindustrie zusammen mit Merkel das europäische Klimapaket nachhaltig verwässert. Von Deutschlands Vorreiteranspruch ist nichts mehr übrig. Und das obwohl die Finanzkrise eigentlich klar gezeigt, dass non-lineare Reaktionen in einem komplexen System ziemlich üble Folgen hat - was an den Börsen wehtut, wird beim Klima noch viel mehr weh tun (Steht bei der zitty noch mal ausführlicher). Wenn wir Bürger also mehr Action beim Klimaschutz sehen wollen, müssen wir das unseren Politikern schon klar zeigen. Sonst vergessen die das. Dafür ist unser positiver Protest:

Protest bei Wikipedia:
“bezeichnet eine öffentliche Reaktion auf bestimmte Ereignisse oder Situationen: ursprünglich als Bekräftigung und Unterstützung von etwas, heute normalerweise als Ausdruck des Widerstands, der Weigerung und Gegnerschaft gebraucht. Protestierende versuchen, mit dem Protest, öffentlich und machtvoll, Einfluss ihrer Ansichten auf die öffentliche Meinung oder die herrschende Politik zu bewirken, oder in direkter Aktion Veränderungen selbst zu erzielen.”

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Written by admin

Februar 12th, 2009 at 12:14 am

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